Allgemein
Knochendichtemessung – Information vom Osteoporosespezialisten
Die Osteoporose ist eine systemische Erkrankung des Skeletts, die durch eine erniedrigte Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochens gekennzeichnet ist, mit der Folge einer Zunahme der Brüchigkeit und gehäuftem Auftreten von Frakturen (Knochenbrüchen).
Der Dachverband der deutschsprachigen osteologischen Gesellschaften (DVO), die deutsche Gesellschaft
für Endokrinologie (Hormon-, Drüsen und Stoffwechselerkrankungen) als auch die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) definiert bzw. quantifiziert die Osteoporose mittels der Messmethode DXA (dual x-ray absorptiometry).
Diesen Beitrag weiterlesen »
Wechseljahre Osteoporose Knochenstoffwechsel
Auswirkungen der Wechseljahre: Knochenstoffwechsel
Die Knochensubstanz verringert sich ab dem 35. Lebensjahr.
Knochen sind keine tote Substanz. Während des gesamten Lebens wird Knochensubstanz auf- und abgebaut. Bis zum 35. Lebensjahr überwiegen die Aufbauprozesse und die Knochenmasse nimmt ständig zu. Danach vermindert sich die Knochenmasse normalerweise jährlich um etwa 1,5 Prozent. Dieser Prozess ist altersbedingt.
Östrogene unterstützen den Aufbau der Knochen.
Der Knochenstoffwechsel wird aber durch vielfältige Faktoren beeinflusst. Gesteuert wird er durch Hormone, z. B. durch die Schilddrüsenhormone Kalzitonin und Parathormon, durch Vitamin D und durch Östrogene und Testosteron. Wie das genau geht, können Sie hier nachlesen. Östrogene beeinflussen den Knochenstoffwechsel, indem sie die Wirkung und Bildung der für den Knochenstoffwechsel wichtigen Hormone beeinflussen. Sie wirken anregend auf den Aufbau der Knochen.
Osteoporose ist kein unausweichliches Schicksal.
Aus diesem Grund wird die Osteoporose (Knochenschwund) häufig als eine Folgeerscheinung der Wechseljahre dargestellt. Diese Sichtweise ist so nicht richtig. Zwar spielen Östrogene eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel. Aber nicht bei jeder Frau kommt es nach den Wechseljahren durch den Abfall des Östrogenspiegels (automatisch) zu einem krankhaften Knochenabbau. Das liegt daran, dass Osteoporose eine Erkrankung ist, die durch vielfältige Einflüsse entsteht. Fast immer müssen mehrere Faktoren zusammen und über eine längere Zeit auftreten, damit sich ein krankhafter Knochenschwund entwickelt. Allerdings ist etwa bei 25 Prozent der Frauen von einer Gefährdung durch den wechseljahresbedingten Abfall der Östrogene auszugehen. In manchen Fällen kann der Knochenschwund dramatisch sein.
Sie können selbst viel für einen starken Knochenbau tun.
Zu den Faktoren, die die Entstehung der Osteoporose begünstigen gehören u.a.:
* zu wenig Bewegung
* zu geringe Aufnahme von Kalzium und Vitamin D mit der Nahrung
* zu wenig Sonnenlicht auf der Haut (ist notwendig, damit sich Vitamin D bilden kann)
* andere Erkrankungen, die für den Knochenstoffwechsel ungünstig sind, z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes, rheumatische Erkrankungen bei denen langfristig kortisonhaltige Medikamente notwendig sind.
* häufiger längere Zeiten ohne einen Zyklus (z. B. bei Magersucht, Leistungssport), dadurch bleibt die normale vermehrte Östrogenausschüttung vor dem Eisprung häufig aus (vgl. weiblicher Zyklus).
* später Beginn der Regel und früher Beginn der Wechseljahre verkürzen insgesamt den Zeitraum, in dem Östrogene wirken.
* erbliche Belastung für Osteoporose.
Eine umfassende Darstellung der Osteoporose, ihrer Risikofaktoren, der Vorbeugung und Behandlung finden Sie hier.
An dieser Auflistung wird deutlich, dass viele Faktoren selbständig positiv beeinflusst werden können. Krankhafter Knochenschwund ist keine automatische Folge der Wechseljahre. Dennoch sollte jede Frau (nicht nur in dieser Zeit) besonders auf “ihre Knochen achten”, denn Osteoporose ist, auch wenn kein Automatismus besteht, eine sehr häufig auftretende und sehr schwerwiegende Erkrankung.
Herrmann, Bochum – Osteoporose, auch Knochenschwund genannt
Osteoporose
Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine systemische Erkrankung des Skeletts, die durch eine erniedrigte Knochenmasse und durch eine Verflechtung der Mikroarchitektur des Knochens gekennzeichnet ist. Hierdurch verlieren die Knochen an Belastbarkeit und werden brüchig. Frakturen (Brüche) entstehen vorwiegend im Bereich der Wirbelkörper als auch der Speiche (Radius) oder des Oberschenkelhalses (Femur). Allein in Deutschland leiden 4-6 Millionen Menschen an dieser Krankheit. 80% der Patienten sind Frauen, d. h. jeder 5. Patient ist ein Mann. Somit handelt es sich keinesfalls um eine typische Erkrankung der Frau.
Diesen Beitrag weiterlesen »
Herrmann, Bochum – Osteoporose, auch Knochenschwund genannt II
Unser Knochen besteht aus einem lebendigen Gewebe, welches sich stets auf- und abbaut. Der Knochen ist somit kein statisches Organ, sondern wird durch die Zusammenarbeit von Knochenaufbauenden (Osteoblasten) und Knochenabbauenden Zellen (Osteoplasten) im Gleichgewicht gehalten. Nur so entsteht ein elastischer und belastbarer Knochen. Die Osteoblasten werden insbesondere im heranwachsenden Alter als auch bei entstandenen Brüchen aktiviert. Bis zum 30.-35. Lebensjahr nimmt die Knochenmenge kontinuierlich zu. Danach verliert der Mensch pro Jahr ca. 1% an Knochenmasse. Eine verminderte Knochenmasse ist somit auch eine Folge des Alterns.
Frauen sind insbesondere deshalb von einer Osteoporose betroffen, da das sog. Östrogen die Knochen abbauenden Zellen hemmen. Im Laufe der Wechseljahre wird die Produktion von Östrogenen zunehmend eingestellt. Somit wird mehr Knochen abgebaut. Aus diesem Grund ist die postmenopausale Osteoporose die häufigste Form dieser Krankheit.
…und Kalzium spielen eine entscheidende Rolle für den Knochenaufbau. Vitamin D und überwiegend durch eine Sonnen bzw. Lichtexposition durch die Haut gebildet. Nur ein deutlich geringerer Prozentsatz von Vitamin D wird über die Nahrung aufgenommen und im unteren Teil des Dünndarms in den Körper aufgenommen. So können auch Darmerkrankungen zu einem Vitamin D Mangel führen. Viel häufiger ist jedoch eine geringere Sonnenexposition.
Eine Knochendichtemessung sollte nach den Empfehlungen der osteologischen Gesellschaften (DVO) als auch nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach der DEXA-Methode gemessen werden. Hierbei handelt es sich um eine rasche (ca. 5 Minuten andauernde) Messung mit geringster Strahlenbelastung (1-5 …). die Knochendichtemessung erfolgt im Bereich der Oberschenkelhälse als auch im Bereich der Lendenwirbelsäule. Andere Verfahren zu Bestimmung der Knochendichte, wie die COCT-Methode hat eine bis zu 30-fach höhere Strahlenbelastung und misst nur am Lendenwirbelkörper. Weitere Verfahren wie die Ultraschalldiagnostik sind weniger etabliert.
Vor Einleitung einer Therapie der Osteoporose muss die Ursache genau untersucht werden. Ein Testosteronmangel des Mannes gilt es somit durch eine Testosterongabe auszugleichen. die Gabe von Östrogen stellt jedoch keine etablierte form der postmenopausalen Osteoporose dar. Als Basistherapie der Osteoporose gilt die Einnahme von Vitamin D und Kalzium in Form von Brausetabletten, die täglich eingenommen werden müssen. Sie stellt eine äußerst Preis günstige
Therapie dar, wird jedoch von den Kassen nur bei einer nachweislichen Osteoporose bezahlt. Weitere wichtige Medikamente stellen sog. Bisphosphornate dar, die in Form einer Wochen- als auch einer Monatstablette eingenommen werden können. Bei der Frau besteht zusätzlich die Möglichkeit durch Gabe eine Östrogen-ähnlichen Medikamentes wie ….Loxifen eine Osteoporose zu behandeln. Weiter kann durch eine tägliche Injektion unter die Haut (subkutan) von Parathormon der Knochen aufgebaut werden.
Zusammenfassend ist die Osteoporose eine medizinische als auch gesundheitspolitische Herausforderung in der heutigen Zeit. die Osteoporose ist keinesfalls eine alleinige Erkrankung der Frau. jeder 5. Osteoporose Patient ist ein Mann.
Autor:
Priv.-Doz. Dr. med. B. L. Herrmann, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie, Diabetologe DDG
Leitender Arzt im Privatärztlichen Praxiszentrum Bochum, Technologiezentrum an der Ruhr-Universität Bochum
Osteoporose – Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
Osteoporose
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
Horizon-Studie: Die einmal jährliche Infusion mit 5 mg Zoledronsäure (Aclasta) senkt bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose das Bruchrisiko an Wirbelsäule und Oberschenkelhals >60%.
Das Risiko an Kieferknochennekrosen bei Patienten unter Bisphosphornat-Therapie ist als äußerst gering anzusehen (OC 17, Porto, 2007)
Die einmal monatliche Einnahme von 150 mg Ibandronat (Bonviva) kann die Osteoporose, die durch Kortison verursacht wurde, aufhalten (P146, J.Scali, Buenes Aires, 2007).
Propos-Studie: Die tägliche Einnahme des Pulvers Strontiumranelat (Protelos) senkt signifikant das Risiko an Hüft- und Wirbelkörperfrakturen.
Strontiumranelat (Protelos) verbessert die Lebensqualität von Patienten mit Osteoporose (P296, Porto, 2007).
Die einmal tägliche Injektion ins Unterhautfettgewebe mit Teriparatid (Forsteo) führt zu einem kontinuierlichen Knochendichteanstieg über 24 Monate. Das Risiko von neuen Wirbelkörperfrakturen wurde vermindert (P254, PHADJI, Porto, 2007).
Östrogenpflaster als auch Raloxifen (Evista) haben eine gute und ähnliche Wirksamkeit auf die Knochendichte bei Frauen nach der Menopause.
Denosumab (monoklonaler Antikörper gegen RANKL) hemmt in experimentellen Studien den Abbau der Knochenmasse (Hemmung der Osteoblasten). Die Therapie verbessert nicht nur die Knochendichte sondern auch deren Geometrie (OC19, P149, Porto, 2007).
Die Substitution mit 50 mg DHEA bei Frauen nach den Wechseljahren führt zu einer Zunahme der Knochendichte an der Wirbelsäule (P258, Porto, 2007).
Die Gabe von Aromatase-Hemmern bei Brustkrebspatientinnen führt zu einer Abnahme der Knochendichte. Aus diesem Grund sollten frühzeitig neben Vitamin D und Kalzium Bisphosphornate eingesetzte werden (PL4, J. J. Body, Belgien, 2007).
Priv.- Doz. B. L. Herrmann
Endokrinologe (Drüsen- und Hormonspezialist)
und Osteoporoseexperte
Technologiezentrum an der RUB
Knochendichtemessung Informationen vom Spezialisten für Osteoporose
Knochendichtemessung
Information vom Osteoporosespezialisten
Die Osteoporose ist eine systemische Erkrankung des Skeletts, die durch eine erniedrigte Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochens gekennzeichnet ist, mit der Folge einer Zunahme der Brüchigkeit und gehäuftem Auftreten von Frakturen (Knochenbrüchen).
Der Dachverband der deutschsprachigen osteologischen Gesellschaften (DVO), die deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (Hormon-, Drüsen und
Stoffwechselerkrankungen) als auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert bzw. quantifiziert die Osteoporose mittels der Messmethode
DXA (dual x-ray absorptiometry).
Ziel der Knochendichtemessung sollte sein, eine Osteoporose-assoziierte Fraktur mit einer hohen Akkuratheit vorhersagen zu können. Eine Knochendichtemessung kann dies jedoch nur begrenzt voraussagen,
da für das Bruchrisiko nicht nur die Dichte sondern z.B. auch die Mikroarchitektur der Knochenbälkchen (Spongiosa) entscheidend
ist. Ein generelles Knochendichte-Screening wird deshalb nicht empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nicht erstattet. Eine
Knochen-dichtemessung nach dem DXA-Verfahren ist im GKV-Bereich eine IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung). Die Kosten für den Patienten belaufen sich in der Regel auf ca. 40 €. Die DXA-Messung sollte bis zum 75. Lebensjahr an der Lendenwirbelsäule (LWK 1-4) erfolgen. Wegen
möglicher Lendenwirbelsäulenveränderungen sollte bei Frauen älter als 75 Jahre eine Messung am Schenkelhals erfolgen. Für die prognostische
Beurteilung des Bruchrisikos sollte die gesamte Region des Schenkelhalses einbezogen werden.
Röntgenologische Untersuchungen z.B. der Lendenwirbelsäule
sind durchzuführen, wenn eine Größenabnahme um mehr als 4 cm nach dem 25.
Lebensjahr verdächtig auf eine Wirbelkörpersinterung erscheint oder akute, starke und anhaltende Rückenschmerzen bestehen. In diesen Fällen sollte
eine Röntgenaufnahme der Brust- und Lendenwirbelsäule in zwei Ebenen erfolgen.
Die DXA-Methode ist ein zweidimensionales Verfahren. Die Strahlenbelastung ist gering und erfordert deshalb keine besonderen Strahlenschutzbedingungen für das Personal und die Bauschutzmaßnahmen.
Die Knochendichtemessung nach der DXA-Methode ist somit ein schnelles, preisgünstiges und wenig strahlenbelastendes Verfahren, welches
nach Einleitung einer medikamentösen Osteoporose-Therapie nach spätestens 2 Jahren wiederholt werden sollte.
Ursachen der Osteoporose
• Menopause
• frühzeitige Eierstockentfernung
• Testosteronmangel
• Hodenerkrankungen
• Hirnanhangsdrüsenerkrankungen
• Bewegungsmangel
• Cortisoneinnahme
• Heparininjektionen über 3 Monate
• Schilddrüsenüberfunktion
• Nebenschilddrüsenerkrankungen
• Insulinpflichtiger Diabetes mellitus
• Rheumatoide Arthritis
• Systemischer Lupus Erythematoses
• Spondylitis ankylosans
• Laktoseintoleranz
• gestörte Nährstoffaufnahme
• gestörte Nährstoffverwertung
• Bauchspeicheldrüseerkrankungen
• Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
• Leberzirrhose
• Alkoholismus
Kontakt: Priv.-Doz. Dr. med. B. L. Herrmann
Telefon: 0234 70990-57
Fax: 0234 70990-58
e-mail: info@endokrinologie-tzr.de
Internet: www.endokrinologie-tzr.de

